Waisenhaus
Kendu BayBericht
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HintergründeEntwicklung und HintergründeAls unsere 1. Vorsitzende Doris Wieghorst 1993 zum ersten mal das ostafrikanische Land Kenia besuchte, ahnte weder sie und noch sonst jemand, welche Folgen diese Reise für ihr Leben und für viele epilepsiekranke kenianische Kinder und deren Familien haben würde. Neben der persönlichen Ergriffenheit über die oftmals unmenschliche Schicksale von epilepsiekranken Kindern und auch Erwachsenen, insbesondere in den Slums von Nairobi und vielen ländlichen Gebieten von Kenia, kam sie in Kontakt mit KAWE (Kenya Association for the Welfare of Epileptics). Mit den Sozialarbeitern von KAWE bereiste sie weite Teile von Kenia. In den verschiedensten Orten übernahmen Paten Patenschaften für Kindern, die an Epilepsie leiden. Sogenannte Arztprojekte wurden gegründet. Dort erhielten und erhalten auch noch heute, die von Kifafa betreuten Familien, die notwendigen Antiepileptika kostenlos. Am 21. Mai 1995 wurde dann der Verein Kifafa gegründet. In der Begleitung der Sozialarbeiterin Milka Adhiambo Okoth besuchte Doris Kendu Bay am Lake Victoria. Der Lake Victoria ist der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Die Grenzen der drei ostafrikanischen Staaten Uganda, Tansania und Kenia treffen sich im See. Ursprünglich hieß er Ukerewe. Doch als der englische Abenteurer John Haning Speke 1858, auf der Suche nach der Quelle des Nils, an den See gelangte, war er überzeugt, dessen Ursprung entdeckt zu haben. Zu Ehren seiner Queen Victoria taufte er ihn in Lake Victoria um. Einfach so! Heute leben in der Nähe des Sees vor allem Stammesangehörige der Luo. Die Menschen versuchen sich mit Fischfang, Ackerbau und kleinen Dienstleistungen über Wasser zu halten. Doch viel gibt es hier nicht zu verdienen.Vor Jahren reichte die Ortschaft fast bis ans Ufer. Doch regelmäßige Überschwemmungen machten es notwendig die Ortschaft mehr ins Landesinnere zu verlegen. Kendu Bay ist Malariagebiet. Die meisten Meschen leiden und leben mit dieser Krankheit. Hinzu kommen jedoch noch Tuberkulose, Epilepsien und AIDS. Allein in Kendu Bay sterben täglich Menschen an AIDS. Zurück bleiben die Kinder und die Großmütter.
"Wir müssen für diese Kinder etwas tun, ihnen eine Zukunft geben. Sie werden nicht gefördert und verkümmern geistig, körperlich und seelisch." Mit diesem Anspruch gründete Doris, gemeinsam mit zwei einheimischen Frauen, Milka und Seline, eine kleine Gemeinschaft in Kendu Bay. Sie sammelten die herumstreunenden Waisenkinder ein. Viele von ihnen hatten eine Epilepsie und/oder waren Aidswaisen. Mit der Unterstützung von Kifafa entstand ein kleiner Verein: "Mise-Care and Support Group." Unterstützt wurden die Frauen von der Witwengruppe aus Kendu Bay. Am 2.Juni 2002 startete das Einsteingymnasium aus Kehl am Rhein einen Sponsored Run. Der Erlös von16850 Euro kam dem Projekt zu gute. Man errichtete Steinhäuser für die Kinder, untersuchte sie ärztlich, schickt sie zur Schule und gab ihnen zu essen und zu trinken. Doch bald wurde deutlich, dass die räumlichen Bedingungen im "Waisenhaus" nicht den notwendigen Erfordernissen genügten. Um klare und rechtliche Bedingungen zu schaffen, entschloss man sich für den Kauf von drei Grundstücken. Hier sollten nun die Räumlichkeiten für die Waisenkinder entstehen. Das "alte" Waisenhaus wurde wieder Stein für Stein abgebaut, um dann erneut auf dem neu erworbenen Waisenhausgelände aufgebaut zu werden. Mit den Jahren sollten hier zwei Schlafsäle, getrennt für Mädchen und Jungen, ein Speisesaal, Toiletten, Wachräumlichkeiten, ein Haus für die Koordinatorin sowie Gästehäuser entstehen. Der bisherige Verein Mise-Care and Support Group wurde zur NGO (Nicht Regierungs Organisataion) Kifafa-Care and Support Child Project. Kifafa-Care and Support Child Project konstituierte sich in Nairobi. Hier treffen sich ehemalige Patenkinder und andere Ehrenamtliche, um das Projekt Waisenhaus in Kendu Bay in Kenia bekannt zu machen und möglichst Gelder dafür zu sammeln. Am 10.April 2007 war es dann so weit. Das Waisenhaus konnte eröffnet werden. Zuerst lebten acht Mädchen, alle Waisen und manche haben eine Epilepsie, im Mädchenhaus. Kontinuierlich konnten mehr Mädchen aufgenommen werden, so dass heute (2010) 19 Kinder im Waisenhaus leben können. Eine Sozialarbeiterin leitet das Waisenhaus. Insgesamt beschäftigt Kifafa Care and Support Child Project sechs Kenianer und Kenianerinnen auf dem Gelände. Und alle sind krankenversichert. Keine Selbstverständlichkeit in Kenia. Seit 2009 werden aus den umliegenden Schulen 17 Kinder, die so arm sind, dass sie nichts zu essen haben, im Waisenhaus nach der Schule betreut. Hier erhalten sie tägliche Mahlzeiten. Immer wieder besuchen Paten oder junge Menschen aus Deutschland das Waisenhaus in Kendu Bay. Ganz besonders dankbar sind wir Michael Boschert, der etliche Monate in Kendu Bay lebte und wirkte. Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, dass durch seine bautechnischen Fähigkeiten, seine aufgeschossene und konsequente Art das Waisenhaus zu dem wurde, als was es sich heute präsentiert. 2007 besuchten Rita Müller und Konrad Roser Kenia und unser Waisenhausprojekt. Konrad erbaute eine schöne Schaukel und Fußballtore für die Kinder. Die Entwicklung von Kifafa und Kifafa Care and Support Child Project geht kontinuierlich weiter. In der Ortschaft Kendu Bay wird dem Waisenhaus große Achtung entgegen gebracht. Und wenn man in die glücklichen Augen der Mädchen des Waisenhauses schaut, dann spüren auch wir eine glücklichmachende Zufriedenheit.
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AktuellesWährend sich Kifafa verstärkt mit ihren Hilfsangeboten aus den verschiedenen Städten in Kenia zurück zieht, und auch insgesamt weniger Patenkinder und deren Familien untertützen wird und kann, gestaltet sich das Waisenhaus in Kendu Bay am Lake Victoria immer mehr zum Zentrum unseres Hilfsengagements. Die Anzahl der Mädchen im Waisenhaus wurde 2009 auf 14 erhöht. Um jedoch die Anerkennung zur Führung eines Waisenhauses zu erlangen, waren 30 Kinder notwendig. Kurzerhand ermöglichten wir es 17 weiteren Kindern, aus den umliegenden Schulen, die keine tägliche Mahlzeit erhalten, den Aufenthalt auf unserem Waisenhausgelände. Sie erhalten nun hier, nach der Schule, eine warme Mahlzeit und Betreuung bis 17 Uhr. Für 2010 sollen weitere fünf epilepsiekranke aidswaise Mädchen aus Kendu Bay im Waisenhaus "Haus Michael" aufgenommen werden. Als zentrale Themen für das Jahr 2010, sind der Bau einer "festen" Küche mit Lagerraum und Speisesaal geplant. Um die Küche mit Wasser zu versorgen ist der Bau von zwei weiteren Wassertanks mit insgesamt 10 000 Liter Fassungsvermögen vorgesehen. Wasser spielt zunehmend eine entscheidende Rolle für die Stabilität des Waisenhauses. Gerade in den letzten Jahren leidet Kenia und damit auch Kendu Bay unter dem Ausbleiben von Regenzeiten. Die Folge davon sind Dürre und Hunger. Auf die öffentliche Wasserversorgung kann man sich leider nicht verlassen. Daher erscheint es uns dringend notwendig genügend Wasser zu sammeln, den vorhandenen Brunnen noch tiefer graben zu lassen, um beim Ausbleiben von Regenzeiten genügend Wasser vorrätig zu haben. Da nun auch mehr Kinder auf dem Waisenhausgelände wohnen und sich aufhalten, werden zwei weitere Toiletten gebaut. Möchten Sie uns bei unseren Bauprojekten sowie dem Unterhalt des bisherigen Waisenhauses unterstützen, so können Sie dies über eine einmalige zweckgebundene Spende oder durch die Übernahme einer Patenschaft für das Waisenhaus tun. BildergalerieBildergalerie
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