Kenia - Land und Menschen
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582 650 qkm ![]() |
Allgemein
Kenya liegt auf dem Äquator an der Ost-Küste des Afrikanischen Kontinents. Das Land ist bekannt für seine landschaftliche Schönheit und sein Tierleben. Obwohl nur etwa 20% des Landes zur Kultivation geeignet sind, ist der Großteil der Kenianer Farmer, die hauptsächlich für den Eigenbedarf produzieren. Die größten Quellen für den Devisenhandel sind Kaffee und Tee, die auf großen Plantagen angebaut werden, sowie der Tourismus.
Das Land importiert seinen ganzen Rohölbedarf sowie den größten Teil der anderen Güter. Kenya ist ein sehr armes Land. Dadurch entstehen große soziale Probleme, wie Korruption oder Massenverarmung.
Hinzu kommt, daß Kenia mit einer jährlichen Zuwachsrate von ca 3,5% eine der am schnellsten wachsenden Bevölkerung weltweit ist.
Bevölkerung und Wirtschaft
Kenia ist bis heute ein Agrarland. Etwa drei Viertel der Bevölkerung leben auf dem Lande; nur Nairobi und Mombasa sind wirkliche Großstädte.
Der Küstenstreifen zwischen Malindi und der tansanischen Grenze ist relativ dicht besiedelt. Ebenso die Region um Nairobi und den Mount Kenya, sowie im Westen um Eldoret und Nakuru.
Die Bevölkerung Kenias besteht aus ca 40 verschiedenen ethnischen Gruppen. Beinahe zwei Drittel der Bevölkerung spricht Bantu, das sind Sprachen wie Kikuyu, Swahili, Meru, Kamba und andere. etwa ein Viertel spricht nilotische Sprachen. Die ethnische Herkunft spielt in Kenia eine große Rolle. So gibt es immer wieder Spannung zwischen einzelnen Gruppen oder den Versuch, die Politik nur für einen Teil der Bevölkerung zu machen.
Die mit 6 Mio. größte ethnische Gruppe Kenias sind die Kikuyu. Sie machen fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung aus. Aus dieser Gruppe kommt auch der angesehendste Teil der Bevölkerung. Viele von ihnen sind erfolgreiche Unternehmer und Geschäftsleute.
Die Massai sind wohl das bekannteste Hirtenvolk Kenias.
Klima und Geographie
Landschaftlich hat Kenia beinahe alles zu bieten: schneebedeckte Gebirgsgipfel, Palmenstrände, Regenwald sowie Wüste und Savanne.
Im Südosten bildet die ca 400km lange Küste zum Indischen Ozean eine natürliche Grenze, im Nordosten stößt Kenia an das Nachbarland Somalia, im Norden an Äthiopien und im Nordwesten an den Sudan. Seine Westgrenze teilt es mit Uganda, im Süden schließt sich mit einer mehreren hundert Kilometer langen Grenze Tansania an.
Auf der Landkarte kann man erkennen, daß die Grenzen, wie in vielen anderen afrikanischen Staaten, wie mit dem Lineal gezogen sind. Leider interessierten sich die Kolonialmächte wenig um ethnische Zugehörigkeiten und Stammesterritorien. Diese geographische Zerrissenheit spiegelt sehr gut die Gesellschaft Kenias wieder
In Kenia gibt es zwei Regenzeiten: die "Kleine Regenzeit" Mitte/Ende Oktober bis Mitte/Ende Dezember und die "Große Regenzeit" Ende März/Anfang April bis Anfang/Ende Juni. In dieser Zeit gehen im Küstenhinterland verhältnismäßig ergiebige Niederschläge, die aber lokal extrem unterschiedlich sein können.
Der Küstenstreifen ist gut bewässert und hat sehr gemäßigte Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius, bei hoher Luftfeuchtigkeit. Deswegen gibt es hier eine üppige subtropische Vegetation sowie eine hohe Bevölkerungsdichte. Im Küstenhinterland zeigt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Nach Westen schließt sich eine Platteaulandschaft an bis auf 1200m, mit weiten Grassavannen sowie den typischen ausladenden Schirmakazien.
Geschichte und Regierung
Die Küstenregionen des heutigen Kenia waren bereits um die Zeitenwende besiedelt. Arabische Kaufleute vermittelten einen regen Warenaustausch zwischen Arabien , Persien und China. Um 1000 entstanden an der Küste islamische Stadtstaaten, darunter Mombasa und Malindi .Die traditionelle Suahelikultur stand unter starkem arabischem Einfluss. Im 16 Jh. übernahmen die Portugiesen die Kontrolle über die einträglichen Handelsverbindungen. Zwischen Portugiesen und Arabern kam es in der Folgezeit immer wieder zu heftigen Kämpfen bis die Portugiesen Ende des 17 Jh. vertrieben wurden. Für rund 150 Jahre lag die Herrschaft über das Land in den Händen mehrer rivalisierender islamischer Fürsten , bis 1837 Imam Seyyid Sa´id die Vormachtstellung erkämpfte. Mitte des 18 Jh. stieß das kriegerische Hirtenvolk der Massai von Norden in das Gebiet vor , wo vor allem Ackerbau treibende Bantu Opfer ihrer Raubzüge wurden. Nach 1840 dominierten die Massai die alteingesessenen Stämme. Seuchen beschleunigten den Niedergang der Massai - Herrschaft nach 1880.
Kolonialherrschaft (1850 - 1963 )
Deutsche Missionare gelangten um 1850 als erste Europäer ins Landesinnere. Nach 1880 geriet das Gebiet in den Sog des Imperialismus, der gewachsene Sozialstrukturen , soweit sie sich erhalten hatten , zerstörte . 1888 brachte die Imperial British East Africa Company ganz Kenia unter ihre Kontrolle, um den Zugriff auf die Bodenschätze des Landes sowie den Zugang nach Uganda zu sichern.1895 erklärte London das Gebiet zum Protektorat Ostafrika , welches 1920 in eine Kronkolonie umgewandelt und 1922 Britisch - Ostafrika angeschlossen wurde.
Unabhängigkeit ( seit 1963 )
Die britische Kolonialmacht erkannte an ,dass sich die Kolonialherrschaft überlebt hatte und entließ Kenia am 12.12.1963 in die Unabhängigkeit. Erster Staatspräsident wurde Jomo Kenyatta (1964 - 1978 ) , der Führer der Unabhängigkeitsbewegung . Gestützt auf die Kenya African National Union (KANU) betrieb Kenyatta unter der Parole eines " afrikanischen Sozialismus" eine gemäßigte Reformpolitik ( Marktwirtschaft mit Elementen staatlicher Kontrolle und Lenkung ) und errichtete nach Ausschaltung der regionalistischen Kenya African Democratic Union ( 1964 ) und der stärker links orientierten Kenya People´s Union ( 1969) eine Einparteienherrschaft . Allerdings blieben in der KANU einige demokratische Strukturen erhalten . Ungeachtet einer im Grundsatz prowestlichen Position lehnte sich Kenia in den 70er Jahren vor dem Hintergrund anhaltender Grenzstreitigkeiten mit Somalia an Äthiopien und somit indirekt an die UdSSR an .Nach dem Tod Kenyattas wurde Daniel Arap Moi Staatspräsident und Chef der Einheitspartei KANU (seit 1978 ) . Er regierte Kenia diktatorisch , bis er unter dem Druck westlicher Kreditgeberländer 1992 erstmals freie Wahlen zulassen musste . Aus ihnen ging seine KANU zwar als Siegerin hervor , doch führten die Oppositionsparteien FORD - Kenia und FORD - Asili ( FORD = Forum for the Restoration of Democracy ) den Wahlerfolg auf massive Manipulationen zurück .


