1. Reisebericht aus Kenia
Liebe Freunde in Deutschland!
Die gute Nachricht, wir drei Petra, Lena und ich sind gut in Nairobi angekommen. Insgesamt bekamen wir 135 kg mit! Das ist fast Weltrekord dank der guten rhetorischen Faehigkeiten von Petra am Scheck in Frankfurt. Am Flughafen in Nairobi warteten wir noch bis es hell wurde und fuhren dann mit dem Taxi zum Sagret-Hotel. Hier bekamen wir das gleiche Zimmer wie im letzten Jahr. Wir fruehstuecken im Zimmer, weil es einen kleinen Balkon gibt. Wir haben uns schon mit frischen Mangos eindeckt! Alles ist okay.
Gestern fuhren wir zum Giraffencenter, was immer sehr schoen ist. Man kann ihnen direkt Futter in den Mund geben. Auch Warzenschweine laufen da rum. Wir besuchten das Haus von der Schriftstellerin Karen Blixen, die 10 Jahre in dem Stadtteil Karen gelebt hat. Zum Abschluss luden wir den Taxifahrer zur traditionellen Vorstellung "Boma of Kenya" ein. Es war wunderschoen!
Unser Auto war in einem desolaten Zustand. Freunde vom Father Eugen muessen eine Safari damit gemacht haben ueber 300 km. Es sprang nicht an und ich habe es heute morgen in die Werkstatt geben muessen.
Dazwischen immer wieder Kinder und Geschichten, die schwer zu verkraften sind.
Eine junge Mutter wird erdrueckt von familiaeren Problemen: lang andauernder Streit um ein Grundstueck, einen zum Krueppel geschlagenen Bruder, eine behinderte, epilepsiekranke Schwester, eine seit Jahren an Aids erkrankte Mutter und sie selber hat Zwillinge. Der Vater hat sie vor Weihnachten so verpruegelt, dass ins Krankenhaus musste. Zu viel Leid und Sorgen fuer eine junge Mutter!
Die schlechte Nachricht, die Matatufahrer streiken fuer drei Tage und begannen heute! Das kann boese enden, weil die Menschen nun von den Vororten und Slums weite Wege laufen muessen, um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Wie geduldig werden sie sein? Wann prostetieren sie auch noch? Die Fahrer streiken, weil die Polizisten ihnen zu viel Schmiergeld abverlangen! Das muss man sich mal vorstellen!
Das war’s fuer heute, liebe Gruesse an alle
Ihre Doris Wieghorst
